Die Salzburg-Tauern Route und das weiße Gold

Christa —  10. Oktober 2012 — Kommentieren

Auf den Spuren der Salz-Säumer

Das weiße Gold hat eine lange Tradition von rd. 7000 Jahren in der Region um Salzburg. Es wurde nach Süden über die Radstätter Tauern transportiert oder mit Hilfe von Flößen auf der Salzach und Inn bis nach Passau an die Donau. Über den schwierigen Transport der Säumer über die Tauern, auf Pfaden, die über eine Höhe von etwa 1.750 Metern führten, kann man sich erst eine Vorstellung machen, wenn man die Wegstrecke kennt. Kommen Sie doch mit!

Länge der Route: rd. 166 km
Abstecher: Maltatal, 18 km

 

Salzburg, die Alpenstadt und Weltkulturerbe

Salzburg – Diese Stadt an der Salzach ist ein großes Museum unter freiem Himmel, ein äußerst lebendiges. Die Stadt ist Musik, von Wolfgang Amadeus Mozart bis zur singenden Trapp-Familie, die durch das Musical und den Film »Sound of Music«, der mit 5 Oscars ausgezeichnet wurde, Weltruhm erlangte.

Salzburg im Schlosspark Mirabell

Salzburg im Schlosspark Mirabell

Wer kennt diese Schöne der Alpen, man darf sagen Europas, wohl nicht? Salzburg erkunden heißt früh aufstehen und sich Zeit nehmen für einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt. Gemütlicher geht es mit der Pferdekutsche, die am Residenzplatz für die Besucher bereit steht.
Zu Zeiten der Römer hieß die Stadt noch »Juvavum«. Die Illyrer gaben der Ansiedlung den Namen, den die Kelten und Römer beibehielten. Der Bedeutung des Namens »Sitz des Himmelsgottes« ist nichts mehr hinzuzufügen. 1997 wurde Salzburg zum Weltkulturerbe erklärt. Von der Romanik bis Barock hat die Bistumsstadt alle Schätze vereint, die Festung Hohensalzburg (1077), eine Residenz, einen prächtigen Dom (erste frühbarocke Kirche nördlich der Alpen, 1614-28; Tipp: Dom-Museum), das Stift St. Peter (690, malerische Lage des alten Friedhofs St. Peter), ein Schloss (Mirabell in der Neustadt), ein Festspielhaus (ein kleines und ein großes), eine Felsenreitschule, eine Shoppingmeile (Getreidegasse), schöne Brunnen und Statuen – ein Gesamtkunstwerk und vieles mehr…

Hallein am Dürrnberg, Tennengau

Schon in vorchristlicher Zeit 5.bis 3. Jh. vor Christus wurde auf dem Dürrnberg, ein Hochtal bei Hallein und hoch über der Salzach, Salz abgebaut.  Wie schon Hallstatt (Oberösterreich) zählt der Dürrnberg zu den wichtigsten Fundorten der keltischen Kultur. Die Kelten  erzielten durch den Salzhandel einen hohen Wohlstand, was zahlreiche Funde an Grabbeigaben  belegen.  Als die Römer den Norden besiedelten, verdrängte das kostengünstigere Meersalz das Steinsalz der Berge. 1000 Jahre später wurde der Abbau wieder aufgenommen und Hallein entwickelte sich im 16. Jahrhundert  zur leistungsfähigsten Saline in den Ostalpen.  Die verkehrsgünstige Lage an der Salzach erleichterte den Transport in den Norden und nach Süden wurde das weiße Gold von Säumern nach Kärnten und weiter bis nach Venedig gebracht, wo es gegen Öl, Glaswaren, Gewürze, Stoffen und Wein eingetauscht wurde. Wir folgen diesem Weg auf der Historischen Route bis nach Spittal an der Drau, nach Kärnten und an den Millstätter See.

Relais und Alpen Tipp!

  • Besichtigung der Salzwelten am Dürrnberg, Hallein, Führungen!
  • Keltenmuseum Hallein, im ehemaligen Salinenamtsgebäude (kunsthistorisch wertvoll: die Leinwandtapeten des Fürstenzimmers im 2. Stock, Dokumentation des Salzabbaus), täglich geöffnet von 9 bis 17 Uhr
  • Kirche St. Antonius, Langhaus aus dem Klassizismus und gotischer Chor. Nebenan befindet sich das Wohnhaus des Komponisten  Franz Xaver Gruber (Stille Nacht Heilige Nacht)

Golling

Meiden Sie die Autobahn für die nächste Etappe. Sie werden mit Naturschönheiten entlohnt. Das malerische Dörfchen Golling überzeugt zum Verweilen nicht nur wegen der imposanten Burg (Museum, Fossiliensammlung) vor dem Hagengebirge.
Sehenswert:  Tannhauser Bauernmuseum, Salzachöfen und die Salzachklamm (Richtung Pass Lueg) sowie der Gollinger Wasserfall.

Werfen

Mit der Überquerung des Pass Lueg erreichen Sie Werfen im Pongau, das eine kleine Weltsensation birgt, die Eisriesenwelt. Die größte (bekannte) Eishöhle der Welt, die sich über 47 unterirdischen Kilometern erstreckt, mit einer Ausdehnung von rund 30.000 m². Für den Besucher sind knapp 900 Meter zu besichtigen trotzdem lohnt sich die etwas mühselige Anfahrt mit Seilbahn und Fußmarsch von insgesamt 30 Minuten. Eine gute Stunde dauert eine Führung durch die riesigen Eisdome, gefrorenen Wasserfälle und Eisseen. Nehmen Sie unbedingt warme Kleidung mit. (Führungen von Mai bis Oktober ab 9 Uhr)

Hohenwerfen

Burg Hohenwerfen

Burg Hohenwerfen, benachbart mit der berüchtigten Talsperre “Pass Lueg”

Ein Bollwerk über dem Salzachtal erfordert einen weiteren anstrengenden Fußmarsch von rd. 15 Minuten, weil steilen Zugang durch Zwinger und Vorburgen  – Burg Hohenwerfen. Wer es geschafft hat, wird diese einst uneinnehmbare Wehrburg (im wahrsten Sinne) aus dem 11. Jh. zu erklimmen, wird eine mittelalterliche Erlebniswelt mit Ritterladen, Burgschenke und Waffensammlungen entdecken. Bewundert werden können vor einer imposanten Felskulisse die Flugvorführungen der historischen Landesfalknerei. Brauchtumsnachmittage, Theateraufführungen und vieles mehr werden in dieser beeindruckenden Burganlage geboten.Tipp! Nehmen Sie doch einfach den bequemeren Personenaufzug in den oberen Burghof. (Parkplatz in Richtung Pass Lueg)
Bemerkenswert: Burgkapelle, Innenhöfe, Fresken aus dem 12. Jahrhundert

Radstadt, die Mittelalterliche

Die Gegend um Radstadt war schon zu Zeiten der Kelten und Römer besiedelt. Die Stadt selbst wurde im frühen 13. Jh. befestigt. Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit Hexen-, Teich und Kapuzinerturm sind noch erhalten.  Brände machten der Stadt immer wieder zu schaffen, letztmals im Jahre 1865. Die Stadtpfarrkirche (dreischiffige Basilika) wurde 1314 erbaut.
Sehenswert: die Kapuzinerkirche mit barocken Hochaltar, Heimatmuseum im Schloss Lerchen (1298), Milleniumspfad entlang der Stadtmauer (Thema: 1000 Schritte durch Österreichs Geschichte)

Obertauern

Von Radstadt in den Süden haben Sie zwei Wege zur Auswahl. Die landschaftlich reizvolle und serpentinenreiche Bergstrecke über die Obertauern (1739 Meter) und Mauterndorf nach St. Michael im Lungau (der einstige Pfad der Säumer) oder die schnelle Verbindung über die Tauern-Autobahn (mautpflichtige Tunnel).
Wenn Sie dem Salz folgen und die Überquerung der Radstädter Tauern bequem auf vier Rädern auf sich nehmen, kommen Sie über die Obertauern (Ski-Arena!) nach…

Mauterndorf

Zu Zeiten der Römer verlief einer der wichtigsten Römerstraßen durch den Ort und über die Radstädter Tauern.  Römersteine zeugen aus jener Zeit und weisen darauf hin, dass damals ein Römerkastell existierte. Im 11. Jahrhundert fiel der Ort an das Salzburger Domkapitel und im 13. Jh. wurde hier eine Mautstelle errichtet. 1253 entstand der Bergfried der Burg Mauterndorf .

Über St. Michael und den Katschberg erreicht man das Liesertal mit der mittelalterlichen Stadt Gmünd an der Mündung des Maltabaches in die Lieser.

Gmünd, die Stadt der Künstler

Burg Gmuend und die Kuenstlerszene

An der Römerstraße Via Iulia Augusta liegt die durch eine Mauer und Stadttore (4 Richtungen) gesicherte Stadt, die zum Schutz des Katschbergsattels angelegt wurde. 1252 wurde Gmünd erstmals erwähnt.
Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdecken Sie stattliche Bürgerhäuser entlang des Gmünder Hauptplatzes, der von Stadttoren, dem Unteren und Oberen begrenzt wird sowie viele kleine Galerien, die Gmünd zur Künstlerstadt gemacht haben. Ferdinand Porsche verlegte die Produktion seiner Edelmarke im Zweiten Weltkrieg nach Gmünd, was zur Eröffnung des Porschemuseums 1982 geführt hat.  Über der Stadt steht die hochmittelalterliche Burgruine Gmünd aus dem 13. Jh.  Sie diente als Militärstützpunkt. Die Geschichte der Burg ist geprägt von Belagerungen und einem Erdbeben Anfang des 17. Jahrhunderts.

Maltatal

Machen Sie doch von Gmünd aus einen Ausflug ins nahe Maltatal, und weiter über die rd. 18 Kilometer lange Malta-Hochalm-Straße (mautpflichtig) hinauf zur höchsten Staumauer Österreichs, der Kölnbreinsperre mit einer Höhe von 204 Metern. Die Dreitausender Gipfel mit ihren Wasserfällen (Tipp: Wanderung durch die Malteiner Wasserspiele) lohnen diesen Abstecher. In Malta ist die gotische Pfarrkirche, mit sehenswerten Fresken und Barockaltar einen Stopp wert.

Spittal an der Drau

Die Hauptstadt Oberkärntens ist untrennbar mit den Ortenburgern verbunden. Das mächtige bayerische Geschlecht aus dem Freisinger Raum herrschte im Hochmittelalter über ganz Oberkärnten. Im 12. Jahrhundert gründeten die Ortenburger ein Hospital, in dem Arme versorgt und Händler auf ihrem Weg von Nord nach Süd und umgekehrt ein Obdach fanden. Der Wohlstand des Marktes (Marktrecht ab 1242) wurde mit den 1478 einfallenden Türken beendet. Bauernkriege folgten und eine jahrelange Belagerung durch die Ungarn. Anfang des 16. Jh. brannte der Markt völlig ab.  Am östlichen Lieserufer wurde das Hospital neu aufgebaut (heute: das Technikum Kärnten
1524 ging die Grafschaft Ortenburg an die Spanier, Gabriel von Salamanca. Ab 1533 ließ er das Renaissance Schloss Porcia erbauen.  Der Renaissancebau zählt zu den bedeutendsten in ganz Österreich. Die Fassade wie auch der Innenhof mit den dreigeschossigen Arkaden erinnert an einen italienischen Palazzo.
Im 18. Jh. erlebte Spittal eine Blütezeit durch die Eisenindustrie, die allerdings durch die Franzosenkriege 1797 beendet wurden. 1809 fielen die Truppen Napoleons ein und durch den Frieden von Schönbrunn fiel Oberkärnten an Frankreich. Spittal wurde dem Département Carinthie zugeteilt, 1814 allerdings wieder aufgehoben. 1829 brannte der Markt ein weiteres Mal ab. Eine bewegte Geschichte verzeichnet Spittal, das 1930 zur Stadt erhoben wurde. Im Jahre 1944, im Zweiten Weltkrieg,  wurde Spittal bombardiert und von den Briten besetzt.

Der Relais und Alpen Tipp!
In den Sommermonaten im Schloss Porcia, Komödienspiele. Alle 2 Jahre findet das Salamancafest zu Ehren des Erbauers statt.

Millstätter See – Seeboden

Kärntens  zweitgrößter und tiefster See wird umrahmt von Zweitausendern.  Von Spittal kommend erreicht man im Nord-Westufer Seeboden.  Im Ort die Burg Sommeregg (1187), die mit einem sehr grausigen Museum, dem größten europäischen Foltermuseum aufwartet. Jährlich im August werden in der Burg Ritterspiele abgehalten.

Tipp für Freunde schöner Kirchen: Treffling, St. Leonhardskirche mit bemerkenswerten gotischen Flügelaltären (Meister Thomas von Villach) und Lieseregg mit einem ebenso schönen gotischen Flügelaltar in der Pfarrkirche.

Millstatt und die Benediktiner

Benediktiner Stift Millstatt

Schon zu Zeiten der Kelten und Römer war Millstatt ein bevorzugter und äußerst idyllischer Siedlungsplatz und so verwundert es nicht, dass die Benediktiner sich ebenfalls für diesen herrlichen Platz am See entschieden haben.
Die Stiftskirche, gegründet im 11. Jh., beherrscht das

Ortsbild mit seinen beiden barocken Zwiebelhauben. Durch das romanische Westportal mit dem beeindruckenden Tympanon (1170) betritt man die Basilika. Reliefplatten und Flechtwerksteine führen auf eine karolingische Gründung im 8. oder frühen 9. Jh. zurück. Die dreischiffige Pfeilerbasilika (66 Meter lang) deutet auf eine überwiegend romanische und gotische Bausubstanz hin, mit üppigem Ornamentschmuck, menschlichen und tierischen Fratzen Dämonen gleich. Ein bemerkenswertes Sternrippengewölbe überspannt die üppige barocke Innenausstattung. Eine Besonderheit, das Weltgerichtsfresko (Anfang 16. Jh.) von Urban Görtschacher an der Südwand, wurde 1963 von der Westfassade abgenommen. Dieses Fresko ist eines der wichtigsten Wandgemälde der frühen Renaissance. Durch die alte Klosterpforte an der Ostseite kommt man zum mittelalterlichen Kreuzgang (12. Jh.) mit nennenswerten Malereien aus dem 15. Jh. Die Mönche des Klosters hatten nicht nur eine blühende Landwirtschaft in der Region, Brauerei und Weinanbau, sondern auch eine sehr bekannte Schreib- und Malschule.

Der Relais und Alpen Tipp!

Millstätter Musikwochen in den Sommermonaten (hervorragende Akustik im Mittelschiff), Stiftsmuseum (Juni bis September)

Übernachten in Kärnten

Pörtschach am Wörthersee und Bad Kleinkirchheim

 

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Christa

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