Die Andreas Hofer Route

Christa —  12. Oktober 2012 — Kommentieren

Auf den Spuren des Tiroler Freiheitskämpfers führt der Weg durch das Passeiertal, über den Jaufenpass nach Sterzing und weiter nach Innsbruck.

Wussten Sie, dass hier im Passeiertal die Almböden ganz besonders reich bestückt sind? Nicht weniger als 126 Kräuter wurden auf 50 m²  gezählt, auf einer Höhe über 1.700 Meter. Das Passeier Bergwiesenheu ist das reichhaltigste des gesamten Alpengebietes. Genießen Sie es bei einem Bad im Heu.

Länge der Route: ca. 60 km
Abstecher: Landesbergbaumuseum am Schneeberg, rd. 20 km, Schloss Wolfsthurn Mareit ca. 3 km, Landesbergbaumuseum Maiern (ab Mareit) rd. 8 km, Innsbruck ab Sterzing ca. 55 km


Meran, die Perle Südtirols

Meran unter Palmen

Seit den Sissi Jahren ist diese Stadt wie ein Magnet und zählt zu den bedeutendsten Kurorten der Alpen. Der alte Stadtkern um die Pfarrkirche St. Nikolaus, mit der Laubengasse die zum Kornplatz führt, lädt zum Shopping. Sehenswert neben der Passerpromenade und Kurhaus auch die Pfarrkirche (spätgotischer Hallenbau, gotischer Flügelaltar) mit dem 80 m hohen Turm und der markanten Renaissance-Haube.

Der Relais und Alpen Tipp!
Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff und das Tourismus-Museum »Touriseum«.

Dorf und Schloss Tirol

Schloss Tirol bei Meran

Schloss Tirol bei Meran

Das Dorf  Tirol war Namensgeber für den Stammsitz der Grafen von Tirol und für das Land Tirol selbst. Das Schloss wurde um 1140-1160 erbaut und ist das historisch bedeutendste Schloss des Landes Südtirol. König Karl von Böhmen belagerte das Schloss im Jahre 1347. Der Angriff konnte aber durch den zähen Widerstand von Gräfin Maultasch abgewehrt werden. In der 2. Hälfte des 14. Jh. ging das Schloss in den Besitz der Habsburger. Diese verlegten den Landessitz von Meran nach Innsbruck. Damit endeten die glanzvollen Zeiten des Schlosses. Bemerkenswerte Fresken der Gotik und romanische Arbeiten (Palas, Burgkapelle). Heute beherbergt die Burg das Landesmuseum für Kultur und Landesgeschichte. Von März bis November täglich geöffnet außer Montag. Das Schloss kann auf einer rd. 20-minütigen Wanderung ab Dorf Tirol erreicht werden oder über…

St. Peter, Dorf Tirol

St Peter Dorf Tirol

Über Meran, Gratsch und St. Peter auf einer Wanderung über den Algunder Waalweg. Das Kleinod St. Peter im langobardisch-karolingischen Stil geht zurück auf die vorromanische Zeit. Graf Meinhard II. erwarb 1287 das Patronat, das er dem Zisterzienserstift Stams (Inntal) übertrug. Die kleine Pfarrkirche (regelmäßig Sonntagsmessen) birgt Fresken, Altäre aus romanischer und gotischer Zeit.

Weiter führt die Andreas Hofer Route durch das Passeier Tal über Schenna, Saltaus und St. Martin bis nach St. Leonhard.

Schenna

Der Ortskern wird von drei markanten Kirchen geprägt. Sehenswert die alte gotische Kirche neben der neuen Pfarrkirche, die erst Anfang des 20. Jh. erbaut wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Begräbniskirche St. Johann (1869), im Mausoleum (Geöffnet von März bis Oktober, Montag bis Samstag 10.00 – 11.30 und 15.00 – 16.30 Uhr) fand der österreichische Erzherzog Johann seine letzte Ruhe. Zum hübschen Ortsbild von Schenna gehört auch eine mittelalterliche Burganlage (1350) mit Burggraben, Schloss Schenna, im Auftrag von Margarethe Maultasch errichtet.

St. Georgen, Alt Schenna

Oberhalb von Schenna im Ortsteil St. Georgen. Die eigenwillige Rundkirche aus dem 12./13. Jh. war in früheren Jahren die Kapelle der Burg St. Georgen (Alt Schenna). Sehenswert sind die Fresken aus dem 14. Jh., die sehr gut erhalten sind. Die Kirche ist von Ostern bis Anfang November von Montag bis Samstag 10-12 Uhr und 14 – 17 Uhr geöffnet.

St. Leonhard, Heimat des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer

Andreas Hofer Denkmal

1767 wurde Andreas Hofer hier am Sandhof (heute das Museum Passeier ) geboren. Wie seine Vorfahren besorgte er die Frachten über den Jaufenpass nach Sterzing. Bereits mit 23 Jahren zog er als Vertreter des Passeiertales in den Landtag nach Innsbruck ein. Erzherzog Johann weihte ihn in die Aufstandspläne ein, die das Land Tirol von der Fremdherrschaft der Bayern und Franzosen befreien sollten. Im April 1809 erließ Hofer einen Aufruf zum Aufstand. Nur 3 Tage später kam es zur ersten großen Schlacht in Sterzing und im Mai zwang er die Belagerer zum Rückzug in der Schlacht am Berg Isel bei Innsbruck. Im August 1809 schlug er in einer weiteren Schlacht am Berg Isel die französischen Truppen vernichtend. Ein triumphaler Einzug in Innsbruck war im gewiss. Als Dank für seine treuen Dienste ernannte ihn der Kaiser zum Oberkommandanten Tirols. Durch den Frieden von Wien (1809) fiel Tirol erneut an den verhassten Gegner. Andreas Hofer kehrte enttäuscht ins Passeiertal zurück. Immer wieder kam es in den nachfolgenden Monaten zu Kriegshandlungen aber Hofer erhielt keine Unterstützung mehr aus Wien. Er flüchtete vor der Übermacht der Franzosen auf die Pfandler Alm seiner Familie. Durch einen Verrat wurde er gefangen genommen und nach Mantua gebracht. Am 20. Februar 1810 wurde Andreas Hofer hingerichtet. Seine letzte Ruhestätte fand der Freiheitskämpfer in der Hofkirche in Innsbruck.

Erlebnisbergwerk Schneeberg, 2.355 m

Europas höchstgelegenes Bergwerk kann auf eine 800 jährige Geschichte zurück blicken. 1000 Knappen schürften unter schwierigsten Bedingungen bereits um 1500 nach Blei und Silber. Exkursionen durch das Bergwerk vermitteln tiefe Einblicke in ein hartes Knappenleben.
Tipp! Lohnender Abstecher in Richtung Timmelsjoch, vorbei an Moos in Passeier.

Die Jaufenburg

Blick ins Passeiertal mit Jaufenburg

Blick ins Passeiertal mit Jaufenburg

Die Jaufenburg wurde im 13./14. Jh. von den Herren Passeier erbaut. Von der einst prächtigen Burganlage zeugt nur noch der Eckturm, in dem sich das Museum befindet.

Jaufenpass, 2.094 Meter

Die Passstraße ist die kürzeste Verbindung zwischen Meran und Sterzing und wurde schon zu Zeiten der Römer als Pfad genutzt. Funde lassen darauf schließen, dass der Pfad bereits in der Stein- und Bronzezeit von den Jägern begangen wurde wie auch im Mittelalter von den Säumern, die Obst und Wein in den Norden Tirols transportieren und in die Gegenrichtung, das Salz der Haller Salinen. Der Pfad war teilweise gepflastert und von zweirädrigen Karren befahrbar. Ausgebaut wurde die Passstraße erst viele Jahrhunderte später, zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute ist die Straße auch im Winter gut befahrbar und führt mitten hinein in die Skiregion Ratschings-Jaufen.

Ridnauntal – Schloss Wolfsthurn

Im malerischen, rd. 18 km langen Ridnauntal erhebt sich in Mareit einer der wenigen Profanbauten des Barocks in Südtirols. Das Landesmuseum für Jagd und Fischerei hat hier seine Heimat gefunden. Am Talende in Maiern finden Sie die Zeugen des Blei- und Silberbergbaus in Tirol (Südtiroler Bergbaumuseum). Das Silber der Bergwerke verleihte einst den Fürsten und Bischöfen des Landes Ruhm und Wohlstand.

Sterzing, Historische Altstadt

Sterzing, Zwoelferturm

Reichgeschmückte Fassaden, Lauben und Gassen laden zum gemütlichen Einkaufsbummel ein. Seit dem Mittelalter ist Sterzing ein wichtiger Handels- und Bergwerksort. Der Reichtum der Stadt ist auf den Abbau von Blei und Silber zurückzuführen.

Der Zwölferturm, das Wahrzeichen der Fuggerstadt

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Zwölferturm (46 Meter hoch) aus dem 15. Jahrhundert, der die Stadt in zwei Teile, der Alt- und Neustadt unterteilt. Seinen Treppengiebel erhielt der Turm nach einem Brand (1867), der alte rote Spitzhelm wurde Opfer des Brandes. Eines der schönsten Rathäuser Südtirols steht hier in der Neustadt. Der spätgotische Bau (1468-1472) wurde an Stelle eines Bürgerhauses erbaut. Die Ratsstube ist hier ganz besonders zu erwähnen (Führungen). Im Innenhof des Rathauses steht ein römischer Altarstein, der Mithrasstein, der dem persischen Gott Mithra geweiht ist. Der Stein stammt aus dem Jahre 200 n.Chr. und wurde an der Römerstraße in einer Felsenhöhle bei Mauls gefunden. Ein weiterer Meilenstein der Römer, aus der Zeit des Kaisers Septimus, ist im Innenhof zu bewundern, der 1979 bei Bauarbeiten in der Sterzinger Neustadt gefunden wurde.

Die Heiliggeistkirche und der Süden Sterzings

Am Stadtplatz hinter dem Zwölferturm finden Sie die kleine Heiliggeistkirche im Bürgerspital. Das zweischiffige Kircheninnere ist mit einem Kreuzrippengewölbe ausgestattet. Der Raum wurde von Hans von Bruneck vollständig im 15. Jh. bemalt.

Sehenswert in Sterzing auch die Stadtpfarrkirche „Unsere liebe Frau im Moos“ (15. Jh.) mit den bedeutenden Multscherfiguren am Hauptaltar.  In der Nähe der Pfarrkirche befindet sich das Multscher- und Stadtmuseum im Deutschordenshaus. Der größte Teil des spätgotischen Flügelaltars vom Ulmer Bildhauer und Maler Hans Multscher wird hier aufbewahrt.
In der Nähe von Sterzing und mit Führungen zu besichtigen, das Schloss Reifenstein aus dem 12. Jh., eines der ältesten Schlösser Südtirols.

Wenige Kilometer in Richtung Brixen, befindet sich Franzensfeste. Zu Andreas Hofers Zeiten auch die “Sachsenklemme” genannt. Anfang August 1809 wurde der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer von rd. 2.500 Franzosen, Bayern und Sachsen in einer 2-tägigen Schlacht aufgerieben. Seine 500 Tiroler waren gegen die Übermacht aus dem Norden, unter General Lefebvre machtlos. Wenige Tage danach, schlugen die Tiroler Freiheitskämpfer am Berg Isel bei Innsbruck, die Franzosen vernichtend.

Über Gossensass verlässt man das Eisacktal in Richtung Brenner (1.374 m ü.d.M.), Wipptal und Innsbruck (ca. 55 km).

Innsbruck

Innsbruck Goldenes Dachl

Mit einem Abstecher nach Innsbruck endet die Andreas Hofer Route, hier fand er seine letzte Ruhe in der Hofkirche. Innsbrucks Altstadt gehört zu den besterhaltenen Mittelalterstädten Österreichs. Eine Attraktion der Stadt und über alle Grenzen hinaus bekannt, ist das Goldene Dachl mit rd. 2.740 vergoldeten Schindeln. Dieser spätgotische Prunkerker wurde zur Erinnerung an die Hochzeit Kaiser Maximilians I. errichtet. Die historischen Spuren der Landeshauptstadt von Tirol gehen auf das Jahr 15 v. Christus und bis in die Bronzezeit zurück. Über 200 Jahre (1420-1665) war Innsbruck die Residenzstadt der Habsburger. 1806 fällt Innsbruck mit Tirol an die Bayern, als Verbündete der Franzosen unter Napoleon. 1809 beginnt der Tiroler Freiheitskampf mit Andreas Hofer an der Spitze. Im Wiener Kongress 1814/15 wird Innsbruck erneut den Österreichern zugesprochen. 1849 löste Innsbruck Meran als Hauptstadt von Tirol ab.

Am Inn angekommen können Sie die Historischen Routen “Inntal” hier auf Relais und Alpen weiter verfolgen.

 

Unser Tipp für eine gute Nacht und mehr…

 

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Christa

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