Die Isartal-Route, historisch & boarisch

Christa —  11. September 2013 — Kommentieren

Von Mittenwald bis München…

Ja, so warn’s, ja so warn’s, die alten Rittersleut… ja, das mag alles schon so sein, aber die von Valentin und den Hot-Dogs besungenen Ritter aus dem Isartal bei Grünwald kommen viel später, am südwestlichen Stadtrand von München. Erst kommt der Grenzgang von Tirol nach Bayern, den die Isar, aus dem Karwendelgebirge kommend, bei Scharnitz munter plätschernd meistert und zu „dem Fluss“ in Bayern wird, der den Vorzug hat, mitten durch die Landesmetropole seinen Weg zu ziehen und nicht zu letzt das Stadtbild zu prägen. Wer möchte wählt die dreihundert Kilometer der Isar zwischen per Pedes, Fahrrad und Auto auf dem Isarradweg bis hin zur Donau oder nimmt die Isaretappen, die Winkel und Täler in Abschnitten, ganz nach Gusto. Die Landeshauptstadt erreicht man nach rund hundertdreißig Kilometer durch den hier beschriebenen Isarwinkel und das Isartal.

Blick vom Kalvarienberg in die Alpen und nach Bad Tölz

Blick vom Kalvarienberg in die Alpen und nach Bad Tölz

Als Münchnerin, die mit Isarwasser getauft wurde, dürfen Sie mir meine, vielleicht erkennbare Euphorie für diesen Fluss, aus dem unser Opa als Isarfischer so manche Forelle und auch die besonders schmackhafte Regenbogenforelle für das Sonntagsmahl geangelt hat, nicht ganz übel nehmen. Stundenlang entspannte er beim Angeln an der Isar, genoss den idyllischen Fluss, den er wie kein Zweiter kannte. Die Landschaft entlang der Isar reicht von spektakulär im Quellgebiet, dem Karwendel bis hin zu lieblichen Moränenhügeln des Isar-Loisach Gletschers aus der Würmeiszeit, die rechts und links die Isar nach München begleiten. Der Freizeitwert dieser abwechslungsreichen Landschaft ist hoch, nicht nur für die Ausflügler aus München. Früher, viel früher, so habe ich mir erzählen lassen, wurden in den Isarauen sogar Wildwestfilme von den Geiselgasteig-Studios (Bavaria-Film) gedreht und angeblich hätte den Schwindel mit der nordamerikanischen Prärie an der bayerischen Isar keiner der Kinobesucher bemerkt. Nun aber zurück zum jungen wilden Gebirgsbach aus dem Karwendel.

Der Obermarkt von Mittenwald mit Pfarrkirche und Gasthof Alpenrose

Der Obermarkt von Mittenwald mit Pfarrkirche und Gasthof Alpenrose

Die ersten Schritte durch Mittenwald, Krün und Wallgau

gut gebettet zwischen Karwendel- und Wettersteingebirge, dazu ein Freiluft-Atelier für barocke Lüftlmaler

Den Geigenbauort mit seinen hübschen Nachbarn sollten Sie keinesfalls im Isartempo passieren. Diese Orte punkten mit kulturellen und landschaftlichen Reizen sowie ihrem schmucken Ortsbild, mit den typisch bayerischen Häusern, ausgemalt mit barocken Lüftlmalereien. Hier haben sich die Maler Zwinck sowie Matthias Günther mit seinen Schülern im wahrsten Sinne mit Farbe und Pinsel ausgetobt und viele Geschichten an den Fassaden hinterlassen, von der Kirche bis zum Wirtshaus.

Bis zur Mittenwalder Pfarrkirche mit dem Denkmal des Geigenbauers Matthias Klotz verläuft der Obermarkt, einst und heute pulsierende Mitte des Ortes. Damals, zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert war Mittenwald Handelszentrum der Venezianer, die 1487 ihre Handelsmitte nach Streitigkeiten von Bozen nach Mittenwald verlegten. Damit begann der Aufstieg und Wohlstand des Ortes am Fuße des Karwendels. Zweihundert Jahre danach versöhnten sich die Venezianer wieder mit Bozen, was für Mittenwald das Aus bedeutete. Der Ort verarmte, bis Matthias Klotz mit dem Geigenbau in seine Heimat zurückkehrte. Ausführliche Informationen zu Mittenwald und Umgebung können sie der Historischen Route durch die Zugspitz-Region hier auf Relais und Alpen entnehmen.

Das malerische Wallgau im Werdenfelser Land

Das malerische Wallgau im Werdenfelser Land

Die Isar verlässt das Werdenfelser Tal bei Wallgau gen Osten nach Vorderriß (Mautstrecke). Diese Bergwald-Strecke entlang der Isar begeistert und inspirierte selbst den bayerischen Schriftsteller Ludwig Ganghofer, der hier in den Wäldern seinen Heimatroman „Der Jäger von Fall“ inszenierte. Der bayerische Märchenkönig Ludwig II. kam mehrmals im Jahr in sein Jagdhaus nach Vorderriß, wo er, wie man hört, mit dem Oberförster Thoma, dem Vater des Schriftstellers Ludwig Thoma lange Gespräche führte. Der König unternahm Reit- und Wanderausflüge bis hinauf zum Ahornboden. Es lohnt sich allemal, die Isar für einen der schönsten, ja königlichen Abstecher der Bayerischen Alpen zu verlassen.

Der Rissbach bei Hinterriss im Karwendel

Der Rissbach bei Hinterriss im Karwendel

Die kurze, rund zwanzig Kilometer lange Fahrt (Mautstrecke) ins Tiroler Rißtal auf den rund 1200 Meter hoch gelegenen Ahornboden mit seinen Eng-Almen inmitten des Karwendels, sind ein Natur-Kleinod gekrönt von steinalten knorrigen Ahornbäumen, den geschützten Methusalemen. Die schönste Zeit im Tal ist der Herbst, dann, wenn sich die Blätter goldgelb färben. Sie erfahren mehr im Foto-Bericht über den „Ahornboden im Naturschutzgebiet Karwendel“.

In Vorderriß, dem kleinen Weiler, der zur Gemeinde Lenggries gehört, verbindet sich die Isar mit dem quirligen Rißbach aus Tirol.

Ahornboden mit Karwendel

Ahornboden mit Karwendel

Vom Sylvensteinstausee nach Bad Tölz

Nach dem reizvollen Abstecher zum Ahornboden wieder zurück in Vorderriß, verschwindet bald danach die Isar mit ihrem Tiroler Verbündeten, dem Rissbach im Sylvensteinstausee, um nach einigen hundert Metern unterhalb des Hohen Zwieslers (1375 m) den See wieder zu verlassen um sich malerisch durch das oberbayerische Voralpenland nach Norden zu schlängeln. Verschwunden im See ist in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch der alte Ort Fall an der Isar. Die Isar wurde als Wasserspeicher aufgestaut, letztendlich auch zum Schutz der Anwohner des Isartals vor dem Hochwasser. Bei einem niedrigen Wasserstand kann man die Grundmauern erahnen und wie die Leut sagen, könnte man dann auch den Kirchturm sehen und die Glocken läuten hören… Nun, das ist eine viel und gerne verbreitete Geschichte, die mich als Kind schon faszinierte. Die Kirche wurde aber komplett abgerissen und mit dem neuen Ort Fall oberhalb des Stausees wieder aufgebaut. Der Sylvensteinsee mit den ihn umgebenden Fichtenwäldern ist heute ein beliebtes Ausflugsziel mit idyllisch versteckten Badebuchten rund um den See und recht kühlen Wassertemperaturen.

Auch im Winter eine Reise wert - der Sylvensteinstausee

Auch im Winter eine Reise wert – der Sylvensteinstausee

Auf dem Weg zwischen dem Sylvensteinsee und Lenggries lässt die Isar ein weiteres Tal achtlos, diesmal links liegen – die Jachenau, die an den Walchensee führt. Die letzte Wegstrecke an den Walchensee, ab dem Ort Jachenau ist erneut eine Mautstrecke und es erübrigt sich, diesen Abstecher anzupreisen wie das nachfolgende Bild beweist, dazu ist man hier im Ganghofer Land.

Walchensee für Aktive und Ruhesuchende...

Walchensee für Aktive und Ruhesuchende…

Das nächste Dorf im Isarwinkel ist Lenggries. Kulturell sehenswert sind die Rokokokirche St. Jakob, der Kalvarienberg und das Schloss Hohenburg aus dem 11. Jahrhundert. Weitaus bekannter ist der Ski- und Wanderberg, das Brauneck, dessen Gipfel zur Gruppe der Benediktenwand zählt.

 

Bad Tölz an der Isar

Lange bevor Ottfried Fischer als „Bulle von Tölz“ die Stadt in der gleichnamigen TV-Seriensoap über die Grenzen hinaus als Krimi-Ort bekannt machte, hatte sich Tölz schon einen Namen gemacht. Zuerst in Zeiten der Römer, als ein Dorf an der Salzstraße mit einer Brücke über die Isar. Dann im 12. Jahrhundert als der Handel auf der Isar nach und aus München bis zur Donau zugenommen hat und später, im 19. Jahrhundert als die Jodquellen wieder entdeckt wurden und Tölz zum Heilbad erhoben. Hinzu kam das Schreinerhandwerk, das sich im 15. Jahrhundert zur Kunsttischlerei entwickelte. Die Tölzer Bauernschränke und Truhen sind heute noch begehrte Kostbarkeiten. Mehr über dieses Handwerk erfahren Sie im Tölzer Stadtmuseum direkt in der Marktstraße. Mit der Eröffnung des großen Erlebnisbades Alpamare machte Tölz 1970 Furore mit den längsten Wasserrutschen Bayerns und darüber hinaus in ganz Europa. Heute begeistern zudem eine Indoor-Surfanlage, eine Tauchstation, eine High-Speed-Anlage, diverse Thermen zum Entspannen aus der eigenen Jodquelle und vieles mehr die Besucher aus nah und fern.

Hübsche Fassaden in der Tölzer Marktstraße

Hübsche Fassaden in der Tölzer Marktstraße

Die Marktstraße ist das Zentrum der Altstadt mit schmucken historischen Häusern und Lüftlmalereien aus dem 18. Jahrhundert. Drei Kirchtürme ragen über die Stadt hinaus, wobei die Wallfahrtskirche Mariahilf an der Salzstraße, auch Mühlfeldkirche genannt, den Bogen zur Wessobrunner Schule des 18. Jahrhunderts wieder aufnimmt. Geplant von Joseph Schmuzer, das Innere mit Wessobrunner Stuck ausgestattet und ein Deckengemälde von Matthias Günther, das die Pestprozession von 1634 darstellt.

Kalvarienberg in Bad Tölz

Kalvarienberg in Bad Tölz

Wer es bis hinauf schafft, kann in gut einer Stunde von der Altstadt hinauf zum Kalvarienberg (708 m) auf den vierzehn Kreuzwegstationen wandern. Ein Tipp für weniger gute Geher wäre die Austraße oberhalb der Altstadt. Hier kann man in wenigen Schritten bzw. Stufen direkt an der 14. Station und somit unmittelbar an der Doppelkirche hoch über der Isar einsteigen. Für jegliche Anstrengung belohnen ein äußerst ungewöhnliches Ensemble mit Ölberghügel und ein fantastischer Weitblick ins Tölzer Land mit Alpenkette.

Blick vom Kalvarienberg in die Alpen und nach Bad Tölz

Blick vom Kalvarienberg in die Alpen und nach Bad Tölz. Rechts im Vordergrund die Franziskaner Kirche.

Erlebenswert, ist der feierliche Leonhardiritt mit seinen zahlreichen Pferdegespannen, Truhen- und Tafelwagen sowie wunderschönen alten Trachten. Alljährlich am 6. November ab 9 Uhr startet der Festzug in der Marktstraße hinauf zur Leonhardikapelle am Kalvarienberg mit Berggottesdienst.

Blick über die Isar mit Franziskanerkirche

Blick über die Isar mit Franziskanerkirche

Die Isar trennt Bad Tölz in die Altstadt im Osten und der Kurzone im Westen mit dem Franziskanerkloster direkt am Kurgarten, nahe der Isarbrücke. Bei Bad Tölz endet der Isarwinkel. Bis hin nach München spricht man nun vom Isartal. Der direkte Weg führt über Hechenberg, Wolfratshausen und Schäftlarn nach München. Allerdings sollten Sie hier einen weiteren Abstecher durch eine liebliche Voralpenlandschaft einschieben – über Reutberg und Dietramszell.

Kloster Reutberg

Das Franziskanerinnenkloster Reutberg in Sachsenkam, gut zehn Kilometer von Bad Tölz entfernt, ähnelt im kleinen Rahmen dem „Heiligen Berg Andechs“ zwischen Ammer- und Starnberger See. Das Kloster, das seine Entstehung Anfang des 17. Jahrhunderts einem Ehedrama mit Mordgedanken und Flucht verdankte, kann als ein weiterer Heiliger Berg in Oberbayern bezeichnet werden. 1677 bekam das Klösterchen die Genehmigung gesundes Bier für den Hausgebrauch zu brauen. Der Hausgebrauch wurde gegen alle Widerstände der heimischen Wirte mehrfach gebrochen und so entwickelte sich daraus eine Klosterbrauerei, ein Bräustüberl und gemütlicher Biergarten zu Füßen der Klosterkirche die dem Kloster dringend notweniges Geld in die meist leeren Kassen spülte.

Kunstjuwel Kloster Reutberg bei Sachsenkam

Kunstjuwel Kloster Reutberg bei Sachsenkam

Heute hat der neu gegründete Verein der Freunde des Klosters Reutberg die Initiative ergriffen, das 400 Jahre alte Kloster zu unterstützen. Die Zahl der Schwestern ging in den vergangenen Jahren rapide zurück und die wenigen noch verbliebenen Franziskanerinnen sind im hohen Alter. Das Kloster braucht heute wie damals dringend ideelle und materielle Unterstützung, die bereits im Klostergarten beginnt. Das Baudenkmal und die wertvollen Kunstschätze sind gefährdet, der Putz bröckelt, Gemälde zeigen Risse und die Farbe blättert ab. Trotzdem und gerade deshalb ist die Klosterkirche ein sehenswerter beeindruckender Juwel, die Spenden willkommen. Mehr unter www.freunde-des-kloster-reutberg.de

Dietramszell

Klosterkirche Dietramszell

Klosterkirche Dietramszell

Etwa zwölf Kilometer nordöstlich von Bad Tölz befindet sich im Zentrum von Dietramszell das ehemalige Augustiner Chorherrenstift. Die Klosterkirche wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Grund auf neu saniert und mit Stuck und Fresken von Johann Baptist Zimmermann, Bruder des Erbauers der Wieskirche, ausgeschmückt. Die Plastiken stammen in großer Zahl von Franz Xaver Schmädl (siehe auch Klosterkirche Rottenbuch). Die reich verzierte Kirche zeigt eine großartige und äußerst beeindruckende Barockkunst, die einen Besuch der Kirche unvergesslich macht.

St. Leonhard bei Dietramszell, Südansicht

St. Leonhard bei Dietramszell, Südansicht

Unweit vom Kloster Dietramszell in Richtung Linden liegt die kleine Wallfahrtskirche St. Leonhard in einer großen Waldlichtung umgeben von Fußballtrainingsplätzen. Im Osten befindet sich eine vorgelagerte Sakristei mit Klause im Obergeschoss. Der Münchner Hofmaler Christian Thomas Winck schuf das Deckenfresko des Kirchenpatrons im Jahr 1769. Das Gesamtwerk zwischen Architektur, Malerei und Bildhauerei zeigt in wunderbarer Weise die hohe Baukunst des 18. Jahrhunderts, die man in dieser kleinen Kirche ausgiebig bewundern kann. 2011 erhielt St. Leonhard die bayerische Denkmalschutz-Medaille.

Auf der Tölzer Straße verlassen Sie Dietramszell über das Obermühltal in Richtung Tölz und erreichen nach ca. 4 Kilometern wieder das Isartal auf dem landschaftlich schönen und aussichtsreichen Moränenhügel Hechenberg

Alpenblick von Hechenberg

Alpenblick von Hechenberg bis zum Wendelstein

Hechenberg

Das kleine Dorf auf dem Hügel, leicht zu erwandern und zu erradeln, hat noch einiges an Geschichte vorzuweisen. Eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit Tuffsteinmauer, ein altes umstrittenes Schulhaus. Die ehemalige Burg aus dem 11. Jahrhundert hat das 19. Jahrhundert leider nicht überlebt, sie wurde abgerissen. Wer den Ort oben auf dem Moränenhügel in Augenschein genommen hat, kommt ohne dem Moarwirt einen Besuch abzustatten, ganz sicher nicht mehr weg. Bei schönem Wetter lockt wohl jeden der gemütliche Biergarten mit Aussicht.

Hechenberg mit der alten Schule und Kirche (15. Jh.)

Hechenberg mit der alten Schule und Kirche (15. Jh.)

Gut gestärkt geht es weiter die Isar abwärts nach Wolfratshausen.

 

Die Flößerstadt Wolfratshausen

Wolfratshausen

Wolfratshausen

Die Stadt an Loisach und Isar, überrascht mit einem mittelalterlichen Stadtbild. Die Loisach, die aus dem Wettersteingebirge und Werdenfelser Land kommt, zieht durch die Altstadt und trifft auf die Isar in der Pupplinger Au. Die bemerkenswerte Pfarrkirche St. Andreas aus dem 15. Jh. schmückt mit seiner Zwiebelhaube das Ortsbild mit noch wenig erhaltenen Bürgerhäusern entlang des Loisachbogens. In den vergangenen Jahren wurde der Verkehr im Ort beruhigt und die Altstadt endlich vom Durchgangsverkehr und den vielen Schwerlastwagen befreit.

Floßlände Wolfratshausen

Floßlände Wolfratshausen

Nördlich des Ortszentrums tun sich die Loisach und Isar im Naturschutzgebiet Pupplinger Au, im so genannten Isarspitz zusammen und werden zum Flößerfluss. Seit dem 12. Jh. hat die Flößerei Tradition… damals als Lasten- und sogar Personentransport ins dreißig Kilometer entfernte München und heute als fröhliche Ausflugsfahrt bis München-Thalkirchen, wo die Flöße an der Lände wieder abgebaut und die Stämme nach Wolfratshausen zurück transportiert werden, allerdings bequem per Lkw. Eine Mordsgaudi ist so eine Floßfahrt, auf der viel Bier fließt bei jazziger Blasmusik, vorbei an Kloster Schäftlarn und der Burg Grünwald.

Die Isar bei Schäftlarn

Die Isar bei Schäftlarn

Kloster Schäftlarn

Die um 760 gegründete Benediktiner Abtei Schäftlarn zählt zu den wichtigsten Klöstern im Umland Münchens. Die Klosterkirche mit der hübschen Spitzhaube ist weit ins Isartal sichtbar. Die barocke Kirche besticht mit einer hellen, freundlichen Eleganz, die durch die erst 2012 abgeschlossene Renovierung in einem ganz besonderen Glanz erscheint. Die Hände von erfahrenen Barockkünstlern und Baumeistern haben hier ein unbeschreibliches Prachtstück vollbracht. 1733 begann Francois Cuvillies d.Ä. die Bauarbeiten. Kriegsbedingt gab es Verzögerungen, so dass anzunehmen ist, dass Johann Michael Fischer mit seinem Schwager Joh. Bap. Gunetzrhainer den Kirchenbau vollendet hat. Den Stuck und die Fresken des Inneren übernahm der bereits über siebzigjährige Johann Baptist Zimmermann. Die großartigen Altäre und Kanzel schuf Johann Baptist Straub.

Kloster Schäftlarn an der Isar

Kloster Schäftlarn an der Isar

Die Klosterkirche Schäftlarn ist ein begehrtes Ausflugsziel nicht zuletzt wegen der gleich gegenüberliegenden Klosterbrauerei mit Gastgarten.

Grünwald

und die Burg, wo einst die edlen Ritter gehaust haben, denen es vor garnix graust hat…

Burg Grünwald im Isartal

Burg Grünwald im Isartal

Rund zwanzig Kilometer zieht sich der Weg links der Isar über Baierbrunn oder rechts der Isar über Straßlach nach Grünwald. Grünwald, insbesondere die Burganlage aus dem 15. Jahrhundert von Herzog Ludwig II. erbaut, mit vermutlich römischem Ursprung, gehören zu München wie das Rathaus am Marienplatz. Es gibt keinen Münchner, der Grünwald nicht kennt und nicht wenige, die gerne ihren Wohnsitz in den feineren Vorort Münchens verlegen würden. Nichts fehlt bei dieser Burg vom Bergfried, Stufengiebel am Eingangstor bis zum Burggraben mit einstmals Zugbrücke. Diese Burg hält einzig und allein die Burgenromantik im Raum München in Ehren.

Kein anderer als der beliebte Karl Valentin schrieb eine Hymne mit 46 Strophen über die edlen Ritter von Grünwald – „Ja, so warn’s, ja so warn’s die alten Rittersleut…“ Ziemlich derbe bayerische Zeilen über ein gar grausiges Ritterleben. Jahrzehnte später, in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts, verjazzten die Hot Dogs, eine nicht aus München wegzudenkende Dixie-Band, die Grünwalder Ritter. Die Studenten-Band machte die „Rittersleut“ zum Kultsong, der in keinem Bierzelt auf dem Münchner Oktoberfest und darüber hinaus fehlen durfte.

 

Die Isarauen Münchens sind erreicht…

Isarauen vor München

Isarauen vor München

Die Isar zieht mit dem Isarwerkkanal eine Doppelspur in Richtung Stadt, passiert Pullach und Großhesselohe mit der geschichtsträchtigen Eisenbahnbrücke von 1857 (Neubau 1983), die Dank tapferer Bürger den 2. Weltkrieg fast unbeschadet überlebte, aber leider für viele Menschen den letzten Ausweg bedeutete und als Selbstmörderbrücke traurige Bekanntheit erlangte. Thalkirchen mit der Floßlände, dem Münchner Tierpark Hellabrunn und der anschließende Flaucher sind vielbesuchte Ziele der Münchner in den fast schon wilden Isarauen. Biergärten, Grill- und Badeplätze locken die Erholungssuchenden Großstädter in den Süden der Stadt.

 

Der besondere Relais und Alpen Tipp!
Eine Insel in der Isar beherbergt das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt…

zwischen der Cornelius- und Ludwigsbrücke.  Die einstige Isar-Sandbank veranlasste Heinrich den Löwen im Jahre 1158 hier eine Brücke über die Isar zu bauen. Kurzerhand und aufgrund von Streitigkeiten verlegte er die Salzstraße, was die Gründung Münchens nach sich zog. Die Sandbank wurde als Floßlände sowie Lagerplatz für Holz und Kohle genutzt. Somit sprach man in München nur von der Kohleninsel. Die Flöße dienten neben dem Transport von Waren auch der Personenbeförderung. Eine Fahrt auf der Isar nach Plattling und weiter über die Donau nach Wien gehörte schon fast zum regelmäßigen Linienverkehr. Ende des 19. Jahrhunderts ist die Kohleninsel der größte Floßhafen in Europa.

1906 erfolgte die Grundsteinlegung des Deutschen Museums. Das Deutsche Museum ist für Interessierte jeder Altersgruppe geeignet.

 

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Christa

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