Stolze Burgen erheben sich über ein weißes Blütenmeer

Christa —  2. März 2016 — Kommentieren

Im Südtiroler Vinschgau heißt es hoch hinaus auf´s Stilfser Joch und drunt’ im Tal ganz beschaulich und gemütlich an der Etsch entlang oder Sie wandern entlang der plätschernden Vinschgauer Waale…


was bedeutet, Bergurlaub für Jung und Alt, für Genießer und Aktive. Im April und Mai blühen die Apfelbäume und hüllen das Tal in ein weißes Blütenmeer, gekrönt von mächtigen Burgen und weißen Gipfeln.

Vinschgau Apfelblüte im April und Mai

WeissesMeer im Vinschgau

Der Vinschgau, ist mit seinen Burgen und romanischen Kirchen eine Begegnung mit dem Mittelalter. Das weitläufige Tal lockt mit seinen wildromantischen und himmelstürmenden Seitentälern, die entdeckt werden wollen. Oben im Bild das Martelltal, das allerdings mehr Bedeutung durch die schmackhaftesten Bergerdbeeren Europas erreicht hat. Auf ungefähr 90 ha werden hier die leckeren kleinen Beeren angebaut. Ein Grund Mitte/Ende Juni nochmals in´s “Beerental” zu kommen…

Im Vinschgau erlebt man aber auch Bergmenschen mit natürlicher Herzlichkeit, Äpfel schlemmen heiß und kalt, dazu 300 Tage im Jahr Sonnenschein. Letzteres kann ich schier uneingeschränkt bestätigen. Den Regenschirm brauchte ich bei all meinen zahlreichen Vinschgau-Touren nicht, trotz mancher tiefer hängenden Wolken.

Weingut Köfelgut in Kastelbell - Apfelverkostung

Apfelverkostung beim Erzeuger – Köfelgut, Kastelbell. seit über 500 Jahren ist die Landwirtschaft in Familienhand

Äpfel so weit das Auge reicht und köstliche Apfelleckereien…

„Täglich drei Äpfel verspeisen und man bleibt kerngesund“, so versprechen es die Südtiroler Apfelbauern in ihren bunten Prospekten. Verwandeln die zahlreichen Apfelbäume im Mai das Vinschgauer Tal noch in ein weißes Blütenmeer, so hängen die Bäume im Herbst voller dicker saftiger Äpfel vom knackig frischen Grün bis zum kräftigen Rot. Ein Vergnügen zum Reinbeißen.

Südtiroler Äpfel sind beliebt auch bei den Urlaubsgästen. Die Vinschger Gastronomie bietet neben Speckknödel, Berglammgerichten sowie der süßen Verführung von Marmeladen- und Mohnkrapfen, auch Apfelmenüs in den leckersten Variationen. Eine Apfelsuppe wird gerne direkt im ausgehöhlten Apfel serviert, ein feines Süppchen, das gleich mit der „Terrine“ verspeist werden kann. Südtirol ist nicht nur wegen der Äpfel und vollmundigen Weine bekannt, sondern auch durch seine hervorragende Küche, einer zahlreich mit Sternen und Hauben ausgezeichneten Gastronomie. Genuss wird hier nicht nur für den Gaumen serviert, sondern auch für das Auge. Unbedingt „erleben“ sollte man das Sterne- und Hauben-Restaurant Kuppelrain in Kastelbell. Jörg Trafoier, ein unumstrittener Magier am Herd, der seinen Gästen einen unvergesslichen Gaumen- und Augenschmaus serviert.

Wellness aus der Natur: Einmal Apfel, einmal Gletscher!

Die Vinschger haben sich vom Apfel inspirieren lassen. Den erholungssuchendem Gast bieten sie ein Apfel-Wellness Programm, das seinesgleichen sucht. Das Apfelbad verspricht einen zellschützenden Effekt und mit speziell stimulierenden Apfelwickeln wird der Organismus entspannt oder auch angeregt ganz nach Belieben. Apfelkuren für Sie und Ihn gibt es meist im Angebots-Paket der Wellnesshotellerie.

Exklusiv im Wellnessangebot und ein ganz persönlicher Tipp von mir. Tauchen Sie ein in die Gletscherwelt des Schnalstales, im Hotel Zur Goldenen Rose in Karthaus. Das Zauberwort für eine wohltuende Ganzkörper-Entspannung heißt hier Glacisse mit hochwertigen Mineralien aus dem Schnalstaler Gletscher. Sie sollten sich unbedingt dieses Verwöhnpaket mal gönnen.

Ausblick Kastelbell

Hoch hinaus! Bergerlebnis Stilfser Joch!

Der Südtiroler Vinschgau ist auch Mittelpunkt für Bergradfahrer, Familienradwanderer und den zwischenzeitlich zahlreichen Nordic Walking Fans. Wer ohne Rad und Stöcke in die Natur will, der findet zahlreich, schöne und gut ausgebaute Wanderwege. Höhenwanderwege oder himmelstürmende Steige in die weiß glitzernde Bergwelt. Das mächtigste Bergmassiv ist der Ortler im Nationalpark Stilfserjoch, der es mit seinen Spitzen auf ganze 3.905 Meter hinauf schafft. Ein Berg, der süchtig macht. Nicht nur den begeisterten Kletterer, sondern auch den stillen Naturbewunderer. Mehr zum 130.000 Hektar großen Nationalpark Stilfserjoch, der zu den größten Schutzgebieten Europas zählt, erfahren Sie im „aquaprad“, direkt in Prad am Eingang zur Passstraße. Die markante Stilfserjoch Passstraße (ein Erlebnis, dem ich nie wiederstehen kann!) führt mit 48 steilen Kehren hinauf auf 2.757 Meter zum Stilfser Joch (Offen von Mai bis Oktober). Eine Herausforderung für alle Motorsportfans und Bergradfahrer. Atemberaubend nicht nur die engen, steilen Kurven, sondern auch das weiß glänzende Ortler Bergmassiv gleich gegenüber. Wer sich nach 48 Kehren eine Pause gönnt, sich die Zeit für einen Rundumblick nimmt, wird überwältigt sein von der Schönheit der umliegenden Grate, Kare, Gletscherseen und Almen.

Ortler 3905m Stilfserjochstrasse

Stilfserjoch Pass Strasse

Stilfserjoch Treffpunkt Kehre1

Parkplatz Kehre1 Stilfserjoch

 Zweikampf in den Kehren auf 4 und auf 2 Rädern… wer hat den wohl verloren?

 

Ein Relais und Alpen Tipp

wäre die Weiterfahrt über den Umbrail-Pass hinunter nach St. Maria ins Münstertal. Von hier Rückfahrt in den Vinschgau über das Unesco-Weltkulturerbe Kloster St. Johann (mehr…) oder über den Ofenpass und Schweizer Nationalpark hinein ins Engadin (mehr…)

 

Glurns – Stadtmauer, Laubengänge… Nostalgie

Zehn Kilometer von Prad entfernt befindet sich das mittelalterliche Städtchen Glurns. Die einzige Stadt des Vinschgaus ist mit grad mal 800 Einwohnern auch die kleinste Stadt des Alpenraumes. Glurns ist von einer dicken Stadtmauer mit Wehrgang umschlossen. Die Zeit, so scheint es, ist in dieser mittelalterlichen Stadt stehen geblieben. Ein Bauernhof trotzt mitten im Zentrum der Neuzeit und Filmteams erobern diese Stadt, denn die mittelalterlichen Gässchen versetzen den Besucher um so manches Jahrhundert zurück. Szenen des Historienfilms “Andreas Hofer” mit Tobias Moretti wurden in den Gassen der kleinen Alpenstadt mit den drei Stadttoren gedreht.

Glurns Bauernhof in der Stadt

Glurns: Bauernhof in der Stadt “Wer schaut denn da so neugierig zu mir herein”

Glurns Laubengang

Glurns – Mittelalterliche Laubengänge

Glurns Blumenschmuck

Großzügiger Blumenschmuck an den Glurnser Häusern

 

Burgruine Montechiaro und die Churburg

Wenige Minuten von Glurns entfernt in Richtung Prad findet man ein von jeder Tourismuswelle vergessenes, aber malerisches Bergdorf. Lichtenberg, mit der gleichnamigen Burgruine aus dem 13. Jahrhundert, die auf italienisch äußerst musisch klingt – Montechiaro.

Ruine Lichtenberg

Die große Burganlage war einst im Besitz des Grafen von Tirol. Freskenzyklen zeugen noch heute von der einstigen Pracht dieses Schlosses. (Führungen von April bis Oktober). Sehenswert in Lichtenberg auch das Kirchlein St. Christina auf Pinet auf einem prähistorischen Hügel hoch über dem Dorf und der Burgruine gelegen, die an ein verwunschenes Dornröschenschloss erinnert. Ein lohnendes Wanderziel mit grandiosem Ausblick.

Gleich gegenüber im Tal thront weithin sichtbar die mächtige Churburg, seit über 700 Jahren im Besitz der Geschlechter Matsch und Trapp. Die besterhaltene Burg Südtirols überzeugt mit Arkaden aus der Renaissance, einer romanischen Burgkapelle, dem Jakobszimmer mit herrlichen Intarsienarbeiten und der Rüstkammer. In dieser, den Besucher schier überwältigenden Kammer mit der „eisernen Garderobe“, stehen fünfzig vollständig erhaltene Rüstungen der einstigen Ritter, die schwer beladen in den Kampf zogen. Hier in der Rüstkammer gibt es für die Besucher auch was zum Schmunzeln, denn die Kinder, die bei der Burg-Führung eh schon “spannungsgeladen” mitgehen, dürfen sich in kleine Ritter verwandeln. Der Spaß von heute war mal bitterer ernst. Im großen Trioler Freiheitskrieg des Jahres 1809 wurden viele der hier aufbewahrten Angriffs-, Hieb- und Stichwaffen an die Bauern der Umgebung ausgegeben. Unter der Führung von Andreas Hofer zogen sie gegen die napoleonischen und bayerischen Truppen, die aus dem Norden anrückten. Legendär damals, der Kampf um die Freiheit am Berg Isel bei Innsbruck.

Churburg

Zu viel Vergangenheit?

Dann steigen Sie doch gleich in die beliebten Waalwege des Oberen Vinschgaus (Karte Südtirol Link am Ende des Artikels) ein. Entlang dieser alten Wasserwege, die noch heute zur Bewässerung der Obsthaine von Nutzen sind, lässt sich der Vinschgau sehr gut zu Fuß erkunden. Zur Rast lohnt es sich in einer der gastlichen Hofschänken am Weg einzukehren. So manche dieser Hofschänken hängen wie ein Adlerhorst am Berghang, mit einem fantastischen Ausblick hinunter ins Tal. Die Zeit für eine Südtiroler Brotzeit, der „Marende“ mit Speck, dem typischen flachen Vinschger Brot, auch Vinschgerl genannt und einem Glas Roten, sollten Sie sich in jedem Fall nehmen. Zu einer deftigen Marende gehört ein kräftiger Schluck Südtiroler Schnaps – ein Treber- oder Apfelbrand. Wer es etwas milder mag, sollte die Vinschger Marille wählen.

Wegweiser bei Prad

 

Planen Sie doch mal eine Reise in den Vinschgau und nehmen Sie sich viel Zeit mit, es gibt viel zu tun…

Bei Ihrer Urlaubsplanung hilft Ihnen sicher auch unsere Historische Route, die Mittelalter Route Vinschgau zwischen Meran und dem Reschenpass.

 

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Südtirol Tourismus-Info >>>
Waalwege im Vinschgau mit Südtirolkarte >>>

 

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Christa

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